Was ist eine Rigole? So sorgen Sie für eine effiziente Versickerung von Regenwasser auf Ihrem Grundstück

Was ist eine Rigole? So sorgen Sie für eine effiziente Versickerung von Regenwasser auf Ihrem Grundstück

Starke Regenfälle treten in Österreich immer häufiger auf – und mit ihnen steigt die Gefahr von überlasteten Kanalsystemen und Überschwemmungen. Besonders in dicht bebauten Gebieten mit vielen versiegelten Flächen kann das Regenwasser oft nicht mehr natürlich versickern. Eine Rigole ist eine einfache und umweltfreundliche Lösung, um Regenwasser direkt auf dem eigenen Grundstück zu versickern und so das öffentliche Kanalnetz zu entlasten. In diesem Artikel erfahren Sie, was eine Rigole ist, wie sie funktioniert und worauf Sie bei Planung, Bau und Wartung achten sollten.
Was ist eine Rigole?
Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicherraum, der Regenwasser aufnimmt und es langsam in den umgebenden Boden abgibt. Sie dient als Zwischenspeicher, der das Wasser zurückhält, bis es vollständig versickert ist. So wird verhindert, dass große Wassermengen gleichzeitig in die Kanalisation gelangen.
Früher wurden Rigolen häufig mit Kies oder Schotter gefüllt. Heute kommen meist Kunststoffmodule mit hohem Hohlraumanteil zum Einsatz. Diese sind leicht, langlebig und können je nach Bedarf in verschiedenen Größen kombiniert werden. Das Regenwasser wird über ein Rohrsystem – meist von der Dachentwässerung – in die Rigole geleitet, wo es zwischengespeichert und anschließend in den Boden abgegeben wird.
Warum lohnt sich eine Rigole?
Eine Rigole bietet zahlreiche Vorteile – sowohl für die Umwelt als auch für Ihr Grundstück:
- Entlastung des Kanalsystems – Sie tragen dazu bei, Überflutungen in Straßen und Kellern zu vermeiden.
- Beitrag zum Umweltschutz – Das Regenwasser bleibt im natürlichen Wasserkreislauf und unterstützt die Grundwasserneubildung.
- Kostenvorteile – In vielen österreichischen Gemeinden können Gebühren reduziert werden, wenn Regenwasser nicht in die Kanalisation eingeleitet wird.
- Schutz des Gebäudes – Eine richtig platzierte Rigole leitet Wasser vom Hausfundament weg und beugt Feuchtigkeitsschäden vor.
Wie funktioniert die Versickerung?
Wenn Regenwasser in die Rigole geleitet wird, füllen sich die Hohlräume der Module. Von dort aus sickert das Wasser über die Seitenwände und den Boden in den Untergrund. Die Geschwindigkeit hängt stark von der Bodenbeschaffenheit ab: Sandige Böden lassen Wasser rasch versickern, während lehmige Böden eine größere Rigole oder zusätzliche Maßnahmen erfordern.
Damit das System dauerhaft funktioniert, sollte vor der Rigole immer ein Filter- oder Sandfangschacht installiert werden. Dieser hält Laub, Sand und Schmutzpartikel zurück und verhindert, dass die Rigole verstopft.
Eine korrekt dimensionierte Rigole kann selbst bei Starkregen große Wassermengen aufnehmen – vorausgesetzt, sie ist an die Dachfläche und die Versickerungsfähigkeit des Bodens angepasst.
So bauen Sie eine Rigole
Ob Sie die Arbeiten selbst durchführen oder eine Fachfirma beauftragen, hängt von der Größe und Komplexität der Anlage ab. Die wichtigsten Schritte sind:
- Bodenuntersuchung durchführen. Testen Sie die Versickerungsfähigkeit, indem Sie ein kleines Loch graben, mit Wasser füllen und beobachten, wie schnell es versickert.
- Standort wählen. Die Rigole sollte mindestens 3 Meter vom Gebäude und 2 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt liegen. Vermeiden Sie Bereiche mit hohem Grundwasserstand.
- Grube ausheben. Größe und Tiefe richten sich nach der zu entwässernden Fläche und der Bodenart.
- Geotextil einlegen. Es verhindert, dass Erde in die Rigole eindringt, lässt aber Wasser durch.
- Rigolenmodule einsetzen und anschließen. Verbinden Sie die Module mit dem Fallrohr oder der Regenwasserleitung.
- Abdecken und Oberfläche gestalten. Nach dem Einbau kann die Fläche wieder mit Erde, Rasen oder Pflaster bedeckt werden.
Beachten Sie, dass in vielen Gemeinden eine Bewilligungspflicht besteht. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde oder beim zuständigen Wasserrechtsamt, bevor Sie mit dem Bau beginnen.
Wartung und Lebensdauer
Eine Rigole ist weitgehend wartungsfrei, sollte aber regelmäßig kontrolliert werden. Reinigen Sie den Sandfang oder Filter mindestens einmal jährlich, damit das Wasser ungehindert abfließen kann. Wenn sich nach Regenfällen Wasser staut oder die Versickerung deutlich langsamer wird, ist eine Überprüfung durch einen Fachbetrieb sinnvoll.
Die Kunststoffmodule selbst sind sehr langlebig – bei fachgerechter Installation können sie 30 bis 50 Jahre halten.
Ein Beitrag zur Klimaanpassung
Mit zunehmenden Starkregenereignissen wird die lokale Regenwasserbewirtschaftung immer wichtiger. Eine Rigole ist eine einfache, nachhaltige und kostengünstige Möglichkeit, Ihr Grundstück klimaresilient zu gestalten. Sie schützt Ihr Haus, entlastet die Kanalisation und trägt zur Grundwasserbildung bei – ein Gewinn für Sie und die Umwelt.
Wer heute in eine Rigole investiert, sorgt nicht nur für trockene Füße bei Starkregen, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zum Schutz unserer Wasserressourcen in Österreich.










